|
 Nach dem erfolgreichen und vor allem souveränen Auftritt am Mittwoch im Challenge Cup, als sie Mladost Zagreb mit einer 3:0-Packung nach Hause schickten, stehen die Roten Raben vor ihrer nächsten großen Herausforderung: Am Samstag um 20 Uhr erwarten sie im Viertelfinale des DVV-Pokals den VC Wiesbaden in der Vilstalhalle. „Ein guter Gegner, der aber nicht unschlagbar ist“, so die Einschätzung von Raben-Trainer Guillermo Gallardo. Als amtierender DVV-Pokalsieger ist das Ziel der Roten Raben natürlich klar: „Wir wollen in die nächste Runde einziehen“.
In der vergangenen Saison versuchte es Wiesbaden mit einer bunt zusammengewürfelten Multi-Kulti-Truppe, ohne den ganz großen Wurf zu landen. Auch vor dieser Spielzeit hat sich das Personalkarussell bei den Hessinnen wieder ordentlich gedreht. Mit Josephine Dörfler (Chemnitz), Jana Schumann (Köpenick), Johanna Barg (Münster), Anke Borowikow (Hamburg) und Linda Dörendahl (Schwerin) setzt Wiesbaden dieses Mal aber auf gute deutsche Spielerinnen. Mit Nicole Fetting haben sie sich zudem die Dienste einer ehemaligen Raben-Zuspielerin gesichert. Nach dem Rückzug von Bayer Leverkusen haben die Hessinnen auch Nadja Schaus und Noora Lainesalo verpflichtet. Kurz vor Saisonbeginn kam noch die tschechische Mittelblockerin Magda Kralikova (Brünn) dazu.
Weiter das Ruder in der Hand hat bei VC Wiesbaden Trainerin Xiaojun Yang, die selbst in ihrer aktiven Zeit eine der weltbesten Volleyballerinnen war. Hier stellt sich die Frage, ob sie es dieses Mal schafft, aus einer Vielzahl guter Einzelspielerinnen eine schlagkräftige Mannschaft zu formen. Bisher scheint sie auf einem guten Weg zu sein. Denn aktuell steht Wiesbaden in der Bundesliga auf Platz drei.
Daher hat Raben-Trainer Guillermo Gallardo den Gegner in den vergangenen Tagen intensiv per Video studiert und die Stärken und Schwächen der einzelnen VCW-Spielerinnen analysiert. „Ein guter Gegner, der aber nicht unschlagbar ist“, so seine Einschätzung. So werden die Raben wieder ganz aggressiv zu Werke gehen und Wiesbaden vom ersten Aufschlag an unter Druck setzen. Denn gerade die Annahme der Hessinnen ist nicht gerade ihre stärkste Seite.
Zudem haben sie in ihren bisherigen Auswärtsbegegnungen nicht den sichersten Eindruck hinterlassen. Gegen Mannschaften wie Lohhof, Sonthofen oder Sinsheim haben sie sich immer nur mit Mühe durchsetzen können.
Die Roten Raben haben dagegen nach ihrem Stolperer beim ersten Heimspiel zu alter Stärke zurückgefunden und sind nun bereits seit acht Spielen ohne Niederlage. Auf alle Fälle haben die Raben mit dem VC Wiesbaden noch eine Rechnung offen: Durch die Niederlage in Wiesbaden, verspielten die Raben in der vergangenen Saison den Meistertitel.
Bei der Roten Raben sind, bis auf die verletzte Loraine Henkel, alle Spielerinnen fit und brennen auf das Pokalspiel. So hat Raben-Trainer Guillermo Gallardo praktisch die Qual der Wahl. Das Spiel gegen Zagreb hat nämlich gezeigt, dass er aktuell über elf gleichwertige Spielerinnen verfügt, die sehr gut miteinander harmonieren. Mit einer ähnlich konzentrierten Leistung wie gegen Zagreb werden die Roten Raben in die nächste Runde des DVV-Pokals einziehen.
Auslosung im Challenge Cup
Am Freitag wurde beim Europäischen Volleyballverband (CEV) auch die nächste Runde im Challenge Cup ausgelost. Dabei müssen die Roten Raben erneut nach Kroatien reisen. Zum Hinspiel am 5./6./7. Januar werden sie von ZOK Split erwartet. Nach Niederlagen gegen Dynamo Bukarest im CEV-Pokal treten die Kroaten nun im Challenge Cup an. Split startet nicht in der kroatischen Liga, sondern der so genannten Middle European Volleyball Zonal Association. Dort spielen Volleyball-Teams aus Österreich, Slowenien, Kroatien und der Slowakei um den Meistertitel. Split steht nach neun Spielen auf dem dritten Platz.
Fünf Raben beim Allstar Day
Erfreuliches gibt es für die Roten Raben auch in Sachen Allstar Day. Erneut sind die Raben aus Vilsbiburg mit fünf Teilnehmern vertreten. Das Allstar Team Frauen Süd wird von Raben-Trainer Guillermo Gallardo betreut. Zudem wurden Zuspielerin Lena Möllers, Libera Lenka Dürr, Diagonalspielerin Katja Wühler und Mittelblockerin Sheila Shaw von den Fans gewählt.
Die Fans haben entschieden, rund 20.500 Stimmen mussten ausgezählt werden, nun stehen die Namen der Allstar Teams für den dritten DVL Allstar Day am 24. Januar fest, der dieses Mal in der Dresdner Margo Arena stattfinden wird. Für DVL-Geschäftsführer Thorsten Endres ist es erneut ein repräsentativer Querschnitt durch alle Bundesligaklubs geworden: „Die Bundesligen hat sich auch im internationalen Vergleich in den letzten Jahren toll entwickelt. Und letztlich honorieren die Fans das durch ihre Stimmabgabe und sorgen für interessante und attraktive Teamkonstellationen“. Rund 20.500 Stimmen sind für den Allstar Day 2010 abgegeben worden, im letzten Jahr waren es 17.000. 44 Spielernamen stehen nun fest, bis Mitte Januar dürfen die Trainer noch jeweils eine Wild Card vergeben, so dass am 24. Januar 48 Topkräfte in der Margon-Arena ihr Können präsentieren werden.
|